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Stand: 15.05.95
Marc Ainger, Ph.D.
V: Sound Design Paradigms in the Digital Age
abstract:
The introduction of analog electronic technology to music in the
middle of the Twentieth Century transformed the art of orchestration
from an art of specification to an art of physical creation. Now,
at the end of the Twentieth Century, with the use of increasingly
powerful digital technologies inmusic composition, our conception
of orchestration has changed entirely. In fact, the term "sound
design" is often used inplace of the term "orchestration",
and orchestration may be viewed as a subset of sound design. The
exact definition of the term "sound design" is evasive,
however, as it is used to encompass many different (although not
necessarily contradictory) notions. This lecture will examine
some current sound design paradigms and their manifestations in
recent computer music (including both studio composition amd live/interaction
composition). in an effort to arrive at a generalized understanding
of the term.
Jean-Baptiste Barrière, Ph. D., IRCAM, Paris
V: Research, Creation and Education at Ircam
abstract:
After a period dominated by the tumult of experimentation, Ircam's
role has been evolving and clarifying, and its tasks have been
naturally broadening : to catalyse multi-faceted research from
sound analysis, synthesis and processing to aid to composition
with computer ; to enrich both scientists and musicians through
common seminars and projects ; to invigorate a permanent center
of creativity by opening itself to the international musical community
and developing new forms of production projects; to create a broad
educational program for composers, musicologists and scientists
that functions in synergy with research and production activities
; to encourage exchanges of ideas and links between the arts through
the development of a Forum that distributes Ircam software, knowledge
and experience. The different levels of activity - research, creation
and education - are therefore more and more operating in close
cooperation. During this talk, today's Ircam structure and projects
will be presented.
vita:
Jean-Baptiste Barrière, Ph.D., born in Paris in 1958, is
a composer and a researcher. After studies in Music and a PhD
in Philosophy, he entered IRCAM in 1981, where he headed the Musical
Research Department from 1984 to 1987, and where he is directing
the Education Department since 1989 and the Production Department
since december 1993.
Dr. Barbara Barthelmes
V: Bricolage und Dekonstruktion
abstract:
Es gibt verschiedene Methoden des Umgangs mit neuen Technologien
und der Reflexion über ihren Gebrauch. In diesem Vortrag
werden solche Komponisten, Klangplastiker, Videokünstler
in den Vordergrund gerückt., die neue musikalische Technologien
als kompositorische Werkzeuge benutzen, um die Grenzen unserer
Wahrnehmung zu erweitern, um neue Musikinstrumente zu erfinden,
um neue musikalische Formen zu entwickeln. Es wird darum gehen,
ihre Strategien und die daraus zu ziehenden Konsequenzen für
die Ästhetik zu diskutieren.
vita:
Barbara Barthelmes, Dr., geb. in Kingswalden (GB); Studium der
Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität
Würzburg und der TU Berlin;1985 -1990 wiss. Mitarbeiterin
an der Hochschule der Künste Berlin; 199l Promotion in Musikwissenschaft
an der TU Berlin (Thema: Raum und Klang. Das musikalische und
theoretische Schaffen Ivan Wyschnegradskys); 1991-92 Forschungsstipendium
in Paris, unterstützt vom DAAD und dem Maison de Science
de l'Homme; 1992-94 wiss. Angeste!!te an der Universität
Bielefeld; Mitherausgeberin der Zeitschrift "Musica";
redaktionelle Mitarbeit an der Zeitschrift "Positionen".
Henning Berg
S: Improvisieren mit einer Maschine - Risiken und Nebenwirkungen
abstract:
Ich werde über Erfahrungen beim Programmieren und Musizieren
mit TANGO berichten. Mit Hilfe von Beispielen aus Konzertmitschnitten
wird es u.a. um folgende Fragen gehen: Wie findet man Regeln,
die das Programm zu sinnvollen musikalischen Reaktionen befähigen?
Was muß das Programm dafür leisten können? Wie
zufällig - oder vordefiniert - soll/darf das musikalische
Endprodukt, auch in Hinblick auf eine zeitlich begrenzte Konzertsituation
sein? Wo liegen Unterschiede, wo Gemeinsamkeiten zwischen Verabredungen
mit einem menschlichen Duopartner und (Software-)Schaltern, die
man an der Maschine anbringt. 'Spielt' man das Programm (wie ein
Instrument) oder 'begegnet' man ihm musikalisch?
vita:
Henning Berg. Jahrgang 1954, Jazz-Posaunist der WDR-BIG-BAND
sowie in anderen Gruppen, ständige Zusammenarbeit mit führenden
europäischen und amerikanischen Komponisten, Arrangeuren
und Solisten. Neben der Arbeit als Jazzmusiker schreibt und produziert
er elektronische Musik, unter anderem für den WDR verschiedene
Filmmusiken und mehrere Duoprojekte mit Bob Brookmeyer und John
Taylor. Die Idee, Duo-Erfahrungen auf eine Situation zu übertragen,
in der ein Mensch und eine Maschine im Duo improvisieren, war
die Motivation, programmieren zu lernen und das Computerprogramm
Tango zu schreiben. Es wurde inzwischen von einem großen
Softwarehaus veröffentlicht.
Prof. Peter Bienert
V: Die multimediale Zukunft von Audio
abstract:
Vor dem Hintergrund einer eingehenden Analyse der heutigen Situation
und zukünftiger Zielsetzungen einer multimedialen und interaktiven
Umgebung sollen die technischen Möglichkeiten ebenso wie
Chancen und Risiken für die Musik in diesem Umfeld untersucht
werden. Schwerpunkte sind die interaktive Form von Musik, deren
Produktion und Verbreitung sowie neue Angebotsformen aus Musik
und Begleitinhalten in DAB und CD-ROM.
vita:
Peter Bienert, Dipl.-Phys., geb. 22.2.61, Studium der Technischen
Physik an der TU München, Diplom zur digitalen Simulation
von Saiteninstrumenten; Product manager für Synclavier bis
1989, zahlreiche Publikationen im Bereich der digitalen Audiotechnik;
Mitbegründer und langjähriger Geschäftsführer
der David GmbH München; Gesellschafter bei fritsch+friends
media production, Berlin, und Whoopee-Media GmbH München.
Seit 1994 Prof. für Medientechnik an der FH Wiesbaden.
Prof. Dr. Leo Danilenko
V: Künftige Verteilsysteme für digitale Audiodaten
abstract:
- Die Übertragung von produzierter Musik in modernen Rundfunksystemen
- Die Kosten-Nutzen-Abwägung im Hinblick auf neue rezeptionsbezogene Codierungsalgorithmen (u.a. Fragen der Datenreduktion)
- Die erforderliche Klangqualität der Sendebeiträge und ihrer Übermittlung
- Aspekte des Transferprotokolls: vom Modem zum ATM (Asynchronous Transmission Mode = asynchroner Übertragungsmodus) in B-ISDN (Breitband-ISDN)
- Das physikalische Transportmedium: vom Kupferdraht zum Glasfaserkabel
- Die drahtlose Datenübertragung: Von der Dachantenne zur Satellitenschüssel
- Das digitale Radio (DAB, Digital Audio Broadcasting) als selbstverständliches
Zukunftsmedium für alle
vita:
Leo Danilenko, Prof. Dr., studierte von 1953 bis 1959 Elektrotechnik
in Lwiw (Lemberg), Ukraine, früher USSR. Er setzte seine
Studien an der TU Aachen fort, wo er 1963 die Ingenieurprüfung
abschloß und 1968 zum Dr. ing. promovierte. Seit 1963 ist
er beim WDR Köln beschäftigt, zunächst als Planungsingenieur
für Studioakustik, später als Leiter der Abteilung für
Systementwicklung und neue Technologie. Seit 1968 ist er stellvertretender
technischer Direktor des WDR und Dozent für Musiktechnologie
an der Universität zu Köln im Musikwissenschaftlichen
Institut. Er schrieb zahlreiche Fachbeiträge. 1993 wurde
er von der philosophischen Fakultät der Universität
zu Köln zum Honorarprofessor ernannt.
Ass. Prof. Dr. Giovanni De Poli
V: Physics Based Sound Models for Multimedia
abstract:
Among the criteria used for sound models evaluation, we outline
audio quality, versatility, and responsivness to user´s exspectations.
In this respect, modeling the sound source instead of the sound
signal is a better choice, especially in multimedia applications,
where model flexibility for man-machine interaction is a major
issue. A class of computational structures is presented, allowing
a high-level description of sounding objects and, possibly, a
unification with graphic models. Special focus is put on generality
of the proposed algorithms, rather than fidelity to specific instruments.
vita:
Giovanni De Poli, is an associate professor of Computer Science
at the Department of Electronics and Informatics of the University
of Padua, Italy. he received a degree in Electronic Engineering
from the University of Padua. His research interest are in algorithms
for sound synthesis, representation of musical information and
knowledge, and man-machine interaction. He is coeditor of the
book "Representations of Music Signals". MIT Press,
1991.
Dr. Gerhard Eckel
V: Klangsynthese durch physikalische Modellierung
abstract:
Zu den klassischen Methoden der Klangsynthese gesellten sich in
den letzten Jahren vermehrt auf physikalischen Modellen basierende
Techniken. Damit stehen den Komponisten heute prinzipiell zwei
verschiedene Möglichkeiten der Konstruktion synthetischer
Klaenge zur Verfügung: Einerseits kann das gewünschte
Resultat durch Beschreibung seiner perzeptiven Eigenschaften hervorgebracht
werden oder andererseits durch Simulation des auf physikalischen
Gesetzen basierenden Prozesses, der den Klang hervorbringt. In
meinem Beitrag werde ich diese beiden Möglichkeiten in Hinblick
auf ihre verschiedenen Auswirkungen auf die musikalische Klangvorstellung
und das Entwicklungspotential des synthetischen Klangmaterials
im musikalischen Diskurs untersuchen.
vita:
Gerhard Eckel, Dr., geboren 1962 in Wien, Studium der Musikwissenschaft
an der Universität Wien sowie Elektroakustische Musik und
Tontechnik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst
Wien, 1985 Aufenthalt am Institut für Sonologie der Universität
Utrecht in Holland und 1987 am IRCAM in Paris, seit 1989 ständiger
Mitarbeiter des IRCAM, dort Forschungstätigkeit in den Bereichen
computerunterstützte Komposition, Klangsynthese und musikalische
Repräsentation, 1993 Aufenthalt am ZKM Karlsruhe, neben wissenschaftlichen
Aktivitäten auch als Komponist tätig: Der Zufall
geht (Tonbandkomposition, Wien 1986), Dispersion (Live-Elektronik,
Wien 1989), en face (Klanginstallation, Hamburg 1993).
Prof. Dr. Bernd Enders
V: Besonderheiten der Erstellung von Musiktutorials und Multimedia-Applikationen
mit der Autorensprache CAMI-Talk
abstract:
Für interaktive Lehr/Lernprogramme, die zum Erlernen musikspezifischer
Fertigkeiten und Fähigkeiten dienen sollen, reichen die üblichen
Funktionen der Klangausgabe von Multimedia-Anwendungen über
Sound-Aufrufe und MIDI keinesfalls aus. Z.B. müssen auch
musikalische Eingaben auf einem MIDI-Instrument unterstützt
und mit Hilfe geeigneter Algorithmen, Regeln und Wissensbasen
möglichst hilfreich für den Lernenden analysiert und
sinnvoll für den Lernfortschritt ausgewertet werden. Die
an der Universität Osnabrück entwickelte Autorensprache
CAMI-Talk, mit der u.a. Gehörbildungsprogramme realisiert
wurden, enthält neben den üblichen Funktionen eines
für Multimedia-Programmierung geeigneten Systems musikspezifische
Funktionen, u.a. einen integrierten Notencode, der u.a. eine syntaktisch
korrekte Verwaltung von Noten bis hin zur Notenausgabe ermöglicht..
vita:
Bernd Enders, Prof. Dr., geb. 1947, Studium an der PH Westfalen-Lippe,
Abt. Siegerland, und an der Musikhochschule Köln, 1980 Promotion
an der Universität zu Köln in Musikwiss., Philosophie
und Pädagogik, anschließend Studienrat. Seit 1981 Dozent
(Akad. Rat / Oberrat / Apl. Prof.) im Fachgebiet Musik / Musikwissenschaft
an der Universität Osnabrück, Habilitation 1986. Von
1992 bis 1994 Prof. im Musikwiss. Inst. der Universität zu
Köln (Musik im 20. Jh.), seit 1994 Prof. f. Syst.
Musikwiss. an der Universität Osnabrück, Schwerpunkt
'Musikelektronik / Musikalische Informatik'. Zahlreiche Veröffentlichungen
(z.B. Lexikon Musikelektronik, Mainz 19872, Leipzig
1988), Vorträge im In- und Ausland sowie Rundfunksendungen
zu pädagogischen und wissenschaftlichen Fragen der neuen
Musiktechnologie. Leiter des CAMI-Projekts mit Entwicklung und
Herausgabe des Lehrprogrammsystems Computerkolleg Musik (1990),
wiss. Berater im Rahmen des vom nds. Kultusministeriums getragenen
Modellversuchs 'Neue Technologien und Schule', Initiator und Programmdirektor
der Osnabrücker Musikveranstaltung KlangArt bzw. Koordinator
der integrierten Kongresse Neue Musiktechnologie 1991,
1993 und 1995.
Prof. Dr. Jobst P. Fricke
V: Musik: analog - digital - analog.
Digitalisierung und Begrifflichkeit als Norm in einer scheinbar
analogen Welt.
abstract:
Die Datenautobahnen werden die Reise in die Informationsgesellschaft beschleunigen. Der Fortschritt der Technik hat seine eigene Dynamik; noch kleiner, noch schneller, noch vielseitiger heißt hier die Devise. Multimedia ist da, virtual reality wird kommen,die Dezentralisierung des Konzerts wird möglich.Wird sie gewünscht? Was geht verloren?
Zunächst werden wir auf die zirkulären Strukturen, die Rückkopplung verzichten müssen. Der Mensch, normgebend und normgebunden zugleich - in seiner Funktion, ständig Nomierungen vorzunehmen, dabei selbst eingebunden in ein kulturelles Nomensystem - hat sich selbst seine Welt längst digitalisiert, lange bevor es Computer gab. Er nutzt seine eigenen Möglichkeiten, evolutionsbedingt, weltangepaßt, wie er ist, - oder auch nicht. Er erlebt seine eigenen Impulse, möchte selbst etwas in die Hand nehmen, etwas gestalten. Es ist schwer für ihn, die Waage zu halten zwischen Individualisierung und sozialer Anpassung.
Mehr noch als die Statistik, die in viele wissenschaftliche Disziplinen
Einzug hielt und dadurch Verbindungen zwischen den verschiedenen
Wissenschaftszweigen herstellte, führte die Digitalisierung
zu einem Umdenken in allen Wissenschaftsgebieten. Das war der
Paradigmenwechsel - stellte man doch fest, daß die kognitiven
Strukturen des Menschen selbst auf die Polarisierung "analog
- digital" hin angelegt sind. Dies gilt auch im Bereich der
Musik für das Hören, Interpretieren und Komponieren.
So wird die Digitalisierung auf zwei Ebenen zu betrachten sein,
auf der neuronal und technischen sowie auf der begrifflich kognitiven.
In jedem Falle aber steht der Mensch im Mittelpunkt.
vita:
Jobst Peter Fricke, Prof. Dr., studierte Musikwissenschaft, Physik
und Psychologie an den Universitäten in Göttingen, Berlin
und Köln, wurde 1959 in Köln promoviert und anschließend
mit dem Aufbau der Abteilung Musikalische Akustik
im Musikwissenschaftlichen Institut betraut, deren Leiter er 1970
wurde. 1969 habilitierte er sich mit einer Arbeit über Intonation
und musikalisches Hören. Seit 1969 regelmäßige
Lehrtätigkeit an der Universität zu Köln, seit
1972 auch an der Hochschule für Musik in Köln, über
Themen der Akustik und Musikpsychologie mit den Schwerpunkten
Erforschung der Klangeigenschaften der Musikinstrumente und ihrer
Anwendung in Klangsynthese und Aufnahmetechnik, Musikkommunikation
und Grammatik der Musik. Spezialisierung auf die systemischen
Zusammenhänge zwischen akustischen, psychologischen und kulturellen
Faktoren in der Musikentwicklung und die dadurch gegebenen Möglichkeiten
des Verstehens von Musik
Prof : Dr. Rudolf Frisius
V: CONCERT IMAGINAIRE. Neue Entwicklungen in der Musik des
20. Jahrhunderts: die Lautsprechermusik
abstract:
Besonders in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts ist deutlich geworden, daß die Musikentwicklung entscheidend von den Innovationen der technisch produzierten Musik geprägt wurde - wesentlich stärker als von der Krise der überlieferten Tonalität, die die Musikentwicklung der ersten Jahrhunderthälfte maßgeblich beeinflußt hat. Der Übergang von der technischen Reproduktion zur technischen Produktion hat einer neuartigen Hörkunst den Weg geöffnet, deren Produktions- und Rezeptionsbedingungen sich grundlegend von denen traditioneller Musik und ihrer Nachbarkünste unterscheiden - und überdies mit der (aus technischen Sachzwängen resultierenden) Phasenverschiebung etwa eines halben Jahrhunderts sich ähnlich verändert haben wie die Sehwahrnehmung unter dem Einfluß der Fotografie und des Films, später auch des Fernsehens.
Sowohl die Vergleichbarkeit als auch die asynchronen Entwicklungen
der technisch geprägten Seh- und Hörkünste, ihrer
Kontraste, Affinitäten, Zwischen- und Integrationsformen
werden - besonders für den Musiker und Musikinteressierten
- am deutlichsten dann, wenn er die Probleme der technisch produzierten
Musik als Zentralprobleme der aktuellen Musikentwicklung und des
Musiklebens der Gegenwart begreift.
S: Elektroakustische Musik aus sechs Jahrzehnten
abstract:
- Musik als Medienkunst: Musik und Hörspiel - Hörfilm - Akustische Kunst
- Musik aus technisch (re-)produzierten Geräuschen
- "Unsichtbare Musik" mit Stimmen
- Musik über Musik - Musik zweiten Grades
- Technisch verarbeitete Klänge - Synthetisch erzeugte neue Klangwelten
- Vorproduzierte Klänge - Live erzeugte Klänge
- Neue Klänge - Zusammenhang zwischen Klang und Bedeutung
vita:
Rudolf Frisius, Prof. Dr., geb. 1941. Studium in Hamburg, Frankfurt,
Göttingen (Musikwissenschaft, Mathematik, Philosophie, Kunstgeschichte).
Lehrtätigkeit in Oldenburg (1969-1972) und Karlsruhe (seit
1972). Arbeitsschwerpunkte: Musiktheorie, Musikpädagogik,
Neue Musik (insbesondere Elektroakustische Musik incl. Neues Hörspiel).
Veröffentlichungen u.a. über Karlheinz Stockhausen,
Iannis Xenakis, György Ligeti, Pierre Henry sowie über
Musiktheorie und Musikpädagogik (u.a.: Untersuchungen über
den Akkordbegriff, 1969; Notation und Komposition, 1980). Zahlreiche
Rundfunksendungen. Lehr- und Vortragstätigkeit u.a. in Darmstadt
(Institut für Neue Musik und Musikerziehung, Internationale
Ferienkurse für Neue Musik), Aix-en-Provence (Centre Acanthes),
Salzburg, Delphi, Kalkutta, Seoul, Kyoto.
Dr. Bram Gätjen
V: Musik am Ohr - Anmerkungen zur Klangaufnahme von Musikinstrumenten
abstract:
Klangaufnahmen von Musikinstrumenten, die - etwa in Multimediaanwendungen
- beispielhaft und möglichst originalgetreu klingen sollen,
müssen das Klangbild der Musiker berücksichtigen, das
diese während ihres Instrumentalspiels haben. Hierdurch wird
gewährleistet, daß Klänge aufgenommen werden,
die unabhängig von der Akustik des Aufnahmeraums und maximal
charakteristisch sind. Dem diesbezüglichen Höreindruck
lassen sich bestimmte akustische Merkmale in den jeweiligen Klangspektren
zuordnen.
vita:
Bram Gätjen, Dr., geb. 1959 in Bremen, studierte in Köln
Musikwissenschaft, Phonetik und Psychologie. Von Ende 1987 bis
Ende 1993 wissenschaftlicher Mitarbeiter am dortigen Musikwissenschaftlichen
Institut in der Abteilung Musikalische Akustik. 1992 Promotion,
Thema der Dissertation: Untersuchungen zur Akustik des Cembalos.
Veröffentlichungen zur Akustik der besaiteten Tasteninstrumente,
zur Aufnahmetechnik sowie zur Akustik der Blasinstrumente.
Dr. Han Baoqiang
V:Traditional and Modern: Chinese Electronic Music
abstract:
The lecture will focus in the several parts as below:
1) The characteristics of Chinese electronic music
2) The influence of electronic music on today´s Chinese music
3) The hardware and software used by today´s Chinese musicians
(with Sound Examples: To show several Chinese musician´s
works)
S: Chinese Musical Instruments Data Base
abstract:
There are 56 nationalities in China. Everyone has its characteristic
musical instruments. All of them are more than 1000 types but
the number is decreasing now because of the negative factor coming
from industrialization and morden cultures. The data base is to
save and preserve Chinese musical resource by using multi-media
information technique, i.e. combining various media, such as sound,
photos, video cassette and background texts into a computer CD-ROM.
This data base will be very useful to study and enjoy Chinese
music for both professional and music lover from all of the countries.
vita:
Han Baoqiang, Dr., born 1956, studying 1978 -1984 in Tianjin Conservatory
of Music, and received BA degree in music composition and in ethnomusicology,
1986-1989 studying in the Graduate School of Nanjin University
and the Chinese Academy of Art, and received Ph. D. degree in
the major of Musicology. Currently working as a researcher in
the A/V technical Lab of Music Institute of China. 1995 guest
scientist at the University of Osnabrueck, Germany.
Iris Hüne, cand. phil.
V: Interindividuelle Hörversuche zu den Intonationsunterschieden
historischer Stimmungssysteme - mit der digitalen Konzertorgel
(Ahlborn - BAC)
abstract:
Der jahrhundertealte Streit um die richtige Intonation von Tonsystemen flammt heute in der Diskussion um die Aufführungspraxis alter Musik wieder neu auf. Wann bevorzugen Menschen welche Stimmung, können sie überhaupt die feinen Intonationsunterschiede ausmachen oder werden diese aufgrund des hörpsychologischen Phänomens "Zurechthören" gar nicht bemerkt?
Hörversuche zur Unterscheidbarkeit der Stimmungssysteme 'pythagoreisch',
'mitteltönig', 'natürlich-harmonisch' und 'gleichstufig-temperiert'
werden mit Hilfe der sofort in beliebige Intonationen umstimmbaren
Computerorgel vorgestellt und diskutiert. Dabei zeigt sich, daß
Versuchspersonen im musikalischen Kontext Schwierigkeiten haben,
"reine" und temperierte Intervalle zu unterscheiden.
vita:
Iris Hüne, geb. 1963, Studium an derUniversität Osnabrück,
1. und 2. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien für
die Fächer Musik und Mathematik; Doktorandenstipendium der
Friedrich-Naumann-Stiftung zur musikpsychologischen Forschung
im Bereich der rhythmischen Wahrnehmung; z. Zt. im Schuldienst
tätig.
Prof. Hans Ulrich Humpert
V:Sprachkomposition - Eine Gattung innerhalb der elektronischen
Musik
abstract:
Sprachkomposition gehorcht den Normen der Literatur und/oder der
Musik, die unter dem Gesichtspunkt des beiden Sphären angehörenden
Klangmaterials in neue Beziehungen zueinander treten. Frühe
Beispiele einer nichtsemantischen Sprachtransformation finden
sich in den sog. Lautgedichten. Eine andere Möglichkeit der
Sprachkomposition besteht darin, aus dem Sprachkontinuum eine
Art imaginärer Semantik entstehen zu lassen, die nicht logischen,
sondern poetischen Charakter hat (Vorbild: J. Joyce). Darüber
hinaus vollzieht sich eine entscheidende Entwicklung mit der "Entdeckung"
der aus dem Spektrum des gesprochenen Wortes nur auf elektronischem
Wege realisierbaren Sprachklänge, die (ab etwa 1960) als
bisher in der Musik unbekanntes Klangmaterial sich aufgrund ihrer
"Verschlüsselung"und "Atomisierung" in
einer neuen, akustisch-phonetischen Ordnung organisieren und komponieren
lassen.
vita:
Hans-Ulrich Humpert, Prof., geb. 1940, studierte nach dem Abitur
Komposition bei Rudolf Petzold und elektronische Komposition bei
Herbert Eimert in Köln, daneben Schlagzeug bei Christoph
Caskel sowie Schulmusik, dazu an der Universität zu Köln
Germanistik. Bis 1968 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen
Volkes; danach freie Tätigkeit als Schlagzeuger und Lehrbeauftragter
für elektronische Musik; 1971 Förderpreis der Annette-von-Droste-Hülshoff-Preises
"in Anerkennung des kompositorischen Schaffens, insbesondere
hinsichtlich der Verbindung von elektronischen, instrumentalen
und vokalen Klängen". Seit 1972 Leiter des Studios für
elektronische Musik als Nachfolger Herbert Eimerts an der Hochschule
für Musik Köln und Professor für elektronische
Komposition. Umfangreiche kompositorische, praktische und theoretische
Tätigkleit auf dem Gebiet der elektronischen sowie der live-elektronischen
Musik: Konzerte, Hörspiele, Rundfunksendungen, Vorträge,
Aufsätze. Publikationen u.a. Lexikon der Elektronischen
Musik (mit H. Eimert), Regensburg 1973, sowie Elektronische
Musik - Geschichte, Technik, Kompositionen, Mainz 1987, und
Vierzig Jahre Elektronische Musik, Biennale Zagreb 1989.
Prof. Dr. Wilfried Jentzsch
S: Graphik und Klang. Produktionen des Studios für Elektronische
Musik der Musikhochschule Dresden unter besonderer Berücksichtigung
der Eigenentwicklung eines Grafik-Kompositionsprogramms für
den MAC
abstract
Vorgestellt wird die erste Stufe der Entwicklung eines Graphik-Kompositionsprogramms,
das derzeit im Elektronischen Studio der Musikhochschule Dresden
entwickelt wird. Es handelt sich hierbei um ein Programm für
experimentell-elektronische Klanggestaltung, das auf der Umsetzung
von Graphiken in Klang basiert. Die Konzeption der Software (für
MacIntosh) wird in kritischer Auseinandersetzung mit kommerziellen
Graphikprogrammen erläutert. Probleme der Gestaltung, der
Ästhetik und der Musikpädagogik werden in diesem synästhetischen
Bereich behandelt. Beispiele werden als Video behandelt.
vita
Wilfried Jentzsch, Prof. Dr., geb. 1941 in Dresden, studierte
dort an der Musikhochschule Violoncello und Komposition; an der
Akademie der Künste Berlin war er Meisterschüler bei
R. Wagner-Regeny; an der Musikhochschule Köln folgte ein
Studium der Elektronischen Musik bei H.U. Humpert. Von 1976 bis
1981 studierte er an der Sorbonne in Paris bei Iannis Xenakis,
wo er den Doktortitel im Bereich Musikästhetik erwarb. Gleichzeitig
betrieb er Forschungen zur digitalen Klangsynthese an den Instituten
IRCAM und CEMAMU. 1983 gründete er ein privates Computermusikstudio
in Nürnberg, wo er am Meistersinger-Konservatorium unterrichtete.
1993 wurde er zum Leiter des Elektronischen Studios der Musikhochschule
"Carl-Maria-v.Weber" in Dresden berufen. Als Komponist
ist er auf Festivals in Europa, Amerika, Kanada und Japan vertreten.
Er erhielt int. Kompositionspreise: Boswil ´72 (Schweiz),
ART & INFORMATIQUE Paris ´81, Bourges ´91.
Thomas Kessler
S: Live-elektronische Steuerung klanglicher und musikalischer Prozesse
(MARS-Workstation v. G. Di Giugno)
abstract
Die neuesten DSP-Workstations geben dem Musiker fast uneingeschränkte
Möglichkeiten von elektronischen Klangverarbeitungen sowohl
im Studio wie auch in Live-Konzerten. Nicht Factory-Presets, sondern
offene Programmierbarkeit und freie Definition machen ein solches
System zum interessanten neuen Musikinstrument des ausgehenden
Jahrtausends. Am Beispiel der MARS-Workstation werden einige interessante
Echtzeit-Klangverarbeitungen gezeigt: Live-Sampling, Synthese,
Filter, Vocoder, Physical-Modeling etc.
vita
Thomas Kessler, geb. 1937 in Zürich. Nach germanistischen
und romanischen Studien an den Universitäten Zürich
und Paris folgen Musikstudien in Berlin. Schon 1965 gründete
er dort ein eigenes Studio für elektronische Musik. Später
wurde er Leiter des Centre Universitaire International de Formation
et de Recherche Dramatiques in Nancy. Seit 1973 wirkt er als Lehrer
für Theorie und Komposition an der Musik-Akademie Basel.
wo er 1988 das Studio für elektronische Musik gründete.
Kessler komponiert Instrumentalmusik von der kammermusikalischen
Besetzung bis hin zum Orchesterwerk. Die vielfach eingesetzten
elektronischen Mittel (Tonband, Synthesizer, Computer) sind seit
1973 immer mehr als Erweiterung der instrumentalen Möglichkeiten
in Form einer Live- oder Instrumentalelektronik komponiert, die
vom Interpreten selbst gleichzeitig gesteuert und gespielt wird.
Prof. Dr. Leigh Landy
V: Digital Music Technology Can Aid in Bringing Music Back
as a Part of Life
abstract:
After an initial period where most music technology was developed
for serious electronic music ("E-Musik"), the pendulum
swayed to the other extreme where most developments concerned
a mass market. Today, after some 35 years of computer music, the
time has come to reappraise, The hypothesis of this talk is: in
the early 21st century, music will shift from primarily being
a consumer product to an increase of performative activity open
to all, i.e. music-making should become more central to our daily
lives. Digital technology, combined with various developments
in all forms of contemporary musics, can help facilitate more
people´s involvement and therefore appreciation of these
musics.
vita:
Leigh Landy is Professor / Head of Music at Bretton Hall, College
of the University of Leeds (UK). His electroacoustic compositions,
many of them involving other time-based arts, have been performed
internationally, in recent years most often in the duo La Zététique
(on the Erasmus CD label). Currently he is artristic director
of the recently formed Experimental Sound Theatre Company
called I D X (idée fixe). Most of his writings,
including his latest book, Experimental Music Notebooks
(Harwood Academic Publishers, 1994), concern the subject of contemporary
music and ist dispersion, some emphasising audio-visual collaborations.
Dipl. Inform. Peter Joachim Langnickel / Dipl. Inform. Johannes Feulner
V: Informationsstrukturen in der Musik. Analyse und Modellierung
mit Methoden der Informatik an der Universität Karlsruhe.
abstract:
An der Informatikfakultät der Universität Karlsruhe
existiert seit 1988 ein Forschungsbereich, der sich mit dem oben
genannten Thema befaßt. Im Zentrum steht dabei die Analyse
und Modellierung von Kompositionsstrukturen klassischer Musik
mit Hilfe von regelbasierten und neuro-informatischen Methoden.
In dieser Kombination läßt sich die Tauglichkeit konzeptioneller
Mittel der Informatik gut erkunden. Ein Schwerpunkt bisheriger
Forschung bildete die automatische Harmonisierung von Choralmelodien.
Daraus entstanden zwei Systeme, ein regelbasiertes für den
barocken Kantionalsatzstil und ein neuronales für den Bachstil,
die vorgestellt und miteinander verglichen werden.
vitae:
Joachim Langnickel studierte Informatik an der Universität
Karlsruhe und ist dort seit 1992 als wiss. Mitarbeiter im Forschungsbereich
Informationsstrukturen in der Musik tätig. 1992 begann
er als Ergänzung zu diesem Gebiet ein Zweitstudium der Musikwissenschaft.
Seit 1994 studiert er das Fach Chorleitung im Rahmen eines zweijährigen
Kurses des Badischen Sängerbundes und ist im Raum Karlsruhe
als Chorleiter tätig.
Johannes Feulner studierte Informatik und Musik in Karlsruhe und
an der Rutgers University NJ, USA. Seit 1990 ist er wiss. Mitarbeiter
in den Forschungsbereichen Neuronale Netze und Informationsstrukturen
in der Musik an der Universität Karlsruhe. Dem Studium
der Musikerziehung folgte 1994 der Abschluß der künstlerischen
Ausbildung im Hauptfach Orgel an der Musikhochschule Karlsruhe.
PD Dr. Niels Knolle / Axel Weidenfeld
V: "Unplugged" - Stationen der Produktion, Distribution
und Rezeption von Musik unter dem Einfluß von Technik
abstract:
Wo neue Technologien in den Zusammenhang einer musikalischen Praxis
eintreten, tun sie das nicht als "Werkzeuge", die für
die Sache selbst folgenlos bleiben. Vielmehr verändern sich
die ästhetischen Qualitäten der Musik, das Verhältnis
von Komposition und Interpretation und die Beziehungen zwischen
produzierenden und reproduzierenden Musikern und ihrem Publikum
von Grund auf. Der Vortrag reflektiert die Durchdringung von künstlerischer
Tätigkeit und technischen Mitteln der Produktion, Distribution
und Rezeption von Musik und ihre ästhetischen Konsequenzen
am Beispiel von drei Stationen: der Veränderungen des
für die Kunstmusik des 19. Jahrhunderts gültigen Paradigmas
der Interpretation von Notentexten unter dem Einfluß der
Technologie der Schallaufzeichnung, der bereits realisierten und
der prognostizierbaren Konsequenzen der virtuellen Editierbarkeit
aller klanglichen Parameter am Computer und schließlich
einiger aktueller Tendenzen einer Distanzierung von den Möglichkeiten
digitaler Technologie mit dem Ziel einer Wiederbelebung des "akustischen"
Musizierens und der Erlebnisqualität des "Live"-Ereignisses.
vitae:
Niels Knolle. Priv.Doz., Dr., Schulmusik-Studium in Hamburg von
1966 bis 1970 bei H. Rauhe. Zwei Jahre als Planer in der Forschungssgruppe
'Gesamtschule' an der PH Dortmund mit dem Arbeitsschwerpunkt Entwicklung
von Curricula SEK I für das Unterrichtsfeld Populäre
Musik. Bis zur Promotion 1979 Assistent im Fachgebiet Musik/AK
der Universität Oldenburg, u.a. Entwicklung des Einphasigen
Studiengangs Musik sowie Konzeption und Aufbau des Apparativen
Studienbereichs. Seit 1979 Akademischer Rat an der Universität
Oldenburg im Ausbildungsbereich Apparative Musikpraxis.
Arbeitsschwerpunkte bzw. Publikationen zu den Themen: Didaktik
der Populären Musik, Produktionen im Schnittfeld von Neuer
Musik und Tonbandmusik, (Hörspiel, Experimentelle Musik,
MIDI-Recording etc.), Untersuchungen zur Verwendung Neuer Technologien
in der Musikausbildung. Seit 1985 künstlerische Mitwirkung
in Ensembles (E-WERK, artLive) mit Konzerten experimenteller akustischer
und elektronischer Musik.
Axel Weidenfeld, geb. 1957 in Bremen. Instrumentallehrer- und
Solistenausbildung für Gitarre an den Musikhochschulen Bremen
und Wien; Studium der Musikwissenschaft und Philosophie an der
Universität Hamburg. Lehrt an der Universität Oldenburg
in den Schwerpunkten Instrumentalunterricht, Historische Musikpraxis,
Musikgeschichte und Musiktheorie. Seine Konzerttätigkeit
als Solist und in verschiedenen Ensembles umfaßt das Spektrum
der Zupfinstrumente von historischen Lauten bis zur Elektro- und
MIDI-Gitarre, die stilistische Breite reicht von der frühesten
überlieferten Lautenmusik um das Jahr 1500 bis zu experimenteller
improvisierter Musik (artLive). Veröffentlichungen zur Musikgeschichte
und Aufführungspraxis des 18. Jahrhunderts.
Dr. Michael Matthews
V: Electroacoustic Music in Canada: Current Trends.
abstract:
Canadian composers have been active for many years in the creation
of electroacoustic music. In my presentation I will introduce
the works of selected composers in provide background on some
of the studios which are currently active in different regions
of the country.
vita
Composer Michael Matthews was born in Gander, Newfoundland. His
composition studies were with Aurelio de la Vega in California
and Larry Austin at North Texas State University, where he received
the Ph.D. degree. In 1994 he was the first Canadian to receive
a commission from the International Computer Music Association.
He has also received the Winnipeg Rh Institute award for interdisciplinary
research, a residency at the EMS studios in Stockholm, and a prize
in the Premio Musicale Città di Trieste, Italy, for his
prcehstral piece The Wind was here. His orchestral piece
Between the Wings of the Earth has been released on BIS
records (Sweden), recorded by the Manitoba Chamber Orchestra.
Other works have been recorded by Centaur (USA) and the CMC and
NMM Labels (Canada). Matthews has worked at the Banff Centre and
at the Center for Computer Research in Music and Acoustics at
Stanford University. He is Professor of Composition and Co-director
of the Computer Music Studio and the Manitoba Institute for Music
Technology at the University of Manitoba.
Dr. habil. Guerino Mazzola
V: Towards Big Science. Geometric Logic of Music and its Technology
(ev. in deutscher Sprache)
abstract
Based on modern information technology, mathematics and semiotics, musicology has fundamentally changed. As a theoretical basis of this change, mathematical music theory offers precise models to describe local and global musicological facts. It resides on the mathematical Yoneda paradigm: objects are classified by "variation of perspectives".
Operationalization of the theory is an integral part of this renewal. This is illustrated by the composition, analysis and performance applications PRESTO and RUBATO.
Representations and control of its inhomogeneous and semantically
open data make music a prototypical research subject asking for
Big Science in Humanities.
vita:
Guerino Mazzola, Dr. habil., is university lecturer in mathematics,
jazz pianist and research director of the ongoing SNFS Project
RUBATO at the computer department of Zuerich University. He has
published several Lps and Cds, over 40 papers and several books
on mathematics, mathematical music theory, brain research and
computer aided analysis in the humanities.
Prof. Dr. Helga de la Motte-Haber
V: Der Traum von der medialen Übersetzbarkeit
abstract:
Durch die Digitalisierung von Informationen ist es möglich geworden, Daten von einem Bereich in einen anderen zu übersetzen. So können durch musikalische Vorgänge visuelle transformiert oder aus gleichen Programmen sowohl Hörbares als auch Sichtbares generiert werden.
Die Idee einer Kunstsynthese, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts
die Künstler beschäftigte, ist heute technisch perfekt
einzulösen. Es sollen gegenwärtige künstlerische
Formen erörtert und zugleich in einen historischen Kontext
eingeordnet werden.
vita:
Helga de la Motte, Prof. Dr., geb. 1938 in Ludwigshafen am Rhein,
Studium der Psychologie mit dem Diplomabschluß 1961, anschließend
Studium der Musikwissenschaft in Hamburg , 1967 Promotion mit
dem Hauptfach Musikwissenschaft; 1965-1972 Freier Mitarbeiter
am Staatlichen Institut für Musikforschung in Berlin, ab
1969 auch Lehrbeauftragte an der Technischen Universität
Berlin, 1971 Habilitation für das Lehrgebiet Systematische
Musikwissenschaft an der TU Berlin; 1972-1978 Wissenschaftlicher
Rat und Prof. an der Pädagogischen Hochschule Rheinland Abt.
Köln, seit 1978 Prof. an der Technischen Universität
Berlin. Zahlreiche Publikationen vor allem zu musikpsychologischen
Themenbereichen, u.a. Musikpsychologie, Köln 1971, Handbuch
der Musikpsychologie, Laaber 1981
Prof. Dr. Renate Müller
Neue Forschungstechnologie: Der Klingende Fragebogen auf dem
Multimedia-Computer
abstract:
Computer Aided Interviewing, Klingender Fragebogen ist
ein Befragungsinstrument im Rahmen musiksoziologischer und musikpädagogischer
Forschung. Ein Multimedia-Fragebogen-Generator, der Fragebögen
auf dem Computer erzeugt, wurde entwickelt. Der Klingende Fragebogen
präsentiert den Befragten Text, Bilder, Animation, Musik
und reagiert interaktiv. Er bietet den Befragten verschiedene
Wahlmöglichkeiten an; so kann er tatsächliches ästhetisches
Entscheidungsverhalten erfassen. Verbale, klingende, situative
und offenbarte Präferenzen werden erhoben und verglichen.
Im Forschungsprojekt Musikalische Sozialisation und Identität
wird das Instrument erstmalig eingesetzt.
vita:
Renate Müller. Prof. Dr., Jahrgang 1948; Studium an der Universität
Hamburg: Erziehungswissenschaft und Soziologie; Promotion 1990
in Musikpädagogik. Ab 1979 Studienrätin, vorwiegend
Musik, an einer Grund-, Haupt- und Realschule; Mitglied im Lehrplanausschuß
Musik in Hamburg. 1986/87 Stipendium der University of Southern
California/L.A. als Teaching Assistant. Seit 1991 Professorin
für Erziehungs- und Kultursoziologie, PH Ludwigsburg. Schwerpunkte:
Sozialwissenschaftliche Theorien zur Erforschung, Erklärung
und Gestaltung musikalischen Handelns; Theorie des sozialen Gebrauchs
von Musik; Tanzerziehungskonzept Rock- und Poptanz im Musikunterricht;
Musik- und Jugendsoziologie.
Dr. Thomas Münch
V: 24 Stunden in 3 Minuten - Computergestützte Musikprogrammerstellung
für das Radio der 90er Jahre
abstract:
Vor wenigen Jahren stellten noch in jedem Sender eine Vielzahl von Redakteuren in Handarbeit die Musik zu 'unendlichen Klangteppichen' zusammen. Computerprogramme sollen sie jetzt fast überall weitgehend ersetzen. Eine Frau bzw. ein Mann und eine Maschine: das Tagesprogramm in drei Minuten auf Knopfdruck, das ist der Traum nicht weniger Programmverantwortlicher.
Was tatsächlich die verschiedenen Programme leisten und wie
sie sinnvoll in den Rundfunkalltag eingebunden werden können,
das wird in diesem Beitrag diskutiert. Dabei wird zugleich deutlich
gemacht, wie die Einführung einer neuen Technologie als willkommener
Anlaß zur Durchsetzung veränderter Programmkonzepte
und Organisationsstrukturen in den Sendern genutzt wird.
vita:
Thomas Münch., Dr., arbeitet seit 1992 als Wiss. Assistent
an der Universität Oldenburg im Fach Musik mit den Schwerpunkten
Musik und Massenmedien, Musiksozialisation und Musik und Markt.
Zur Zeit bereitet er mit Prof. Klaus Boehnke von der TU Chemnitz-Zwickau
eine von der DFG geförderte interdisziplinäre Studie
zum Hörfunk als Instanz der Jugendsozialisation in alten
und neuen Bundesländern vor. Danben unterrichtet
er an der Schule für Rundfunktechnik in Nürnberg und
an der ZFP (Zentrale Fortbildung Programm
für Mitarbeiter von ARD und ZDF) und ist an der Fortbildungmaßnahme
CampusRadio - Fortbildung für Hochschulabsolventen
mit dem Schwerpunkt Rundfunkjournalismus an der Oldenburger
Universität beteiligt. Zuvor arbeitete er mehrere Jahre als
Musikredakteur und Medienforscher beim Südwestfunk.
Dr. Richard Parncutt
V: Automatic Recording of Piano Fingering
abstract:
What fingerings do pianists actually use in performance? Do teachers use the same fingerings as they teach? What exactly are the musical rules and psychological processes that underlie the choice of a particular fingering?
To date, no definite answers have been available to questions
such as these, because until now it has not been possible to record
fingering information automatically during piano performance.
Our solution is to monitor the pressure under each finger tip
using small pieces of piezo-electric film. A voltage is produced
whenever a key is struck or released. Analog signals from each
finger are converted to digital signals in a custom wristwatch,
and then into a MIDI stream by a commercially available device.
As the pianist performs on a MIDI keyboard, the MIDI streams from
the fingers and from the keyboard are merged, fed to a computer,
and stored as MIDI files. The fingering of each note is then deduced
from temporal coincidences between the two MIDI streams. The device
will be introduced and demonstrated, and various applications
in music performance pedagogy and experimental psychology will
be described.
vita:
Richard Parncutt, Ph.D., born 1957, studied music (piano) and
physics at the University of Melbourne; PhD 1987 at the University
of New England, Australia. Guest researcher/lecturer in Munich,
Stockholm, Berlin, Halifax (Canada), and Montreal. Numerous publications
on the perception of pitch, consonance, harmony, tonality, and
rhythm; psychoacoustic/cognitive theories and models; computer-assisted
applications in music theory, musicianship, and composition. Author
of Harmony: A Psychoacoustical Approach (Springer-Verlag,
1989). Currently research fellow in the Unit for the Study of
Musical Skill and Development, Dept of Psychology, Keele University,
England.
Roland Pfrengle
V: "Später Schall" - Anmerkungen zu einem audiovisuellen
Raumklangkonzept.
abstract:
Später Schall ist eine Auftragskomposition für
die KlangArt ´95. Auf dem Rathausplatz von Osnabrück
werden Instrumentengruppen und elektronische Instrumente als Klangquellen
über weite Distanzen verteilt. Hierdurch entstehen große
Schallverzögerungen. Durch ein Raumsteuergerät werden
die Klänge via Lautsprecher über den ganzen Platz und
hinauf zum Kirchturm der Marienkirche bewegt. Die künstliche
Bewegung und die natürliche Verzögerung des Schalls
bilden den kompositorischen Hintergrund dieser Raumklangkonzeption.
Sowohl musikalisch wie auch visuell werden Objekte entstehen,
die Einzelheiten des Platzes isolieren und auf abstrakter Ebene
dem Besucher zurückgeben.
vita:
Roland Pfrengle, geb. 1945, Kompositions- und Tonmeisterstudium
von 1966 bis 1974 an der Hochschule für Musik und der Technischen
Universität Berlin; Schüler von Heinz Friedrich Hartig,
Frank Michael Beyer, Isang Yun u.a. Er bekam Stipendien für
Kompositionstudien im Elektronischen Studio am Institut für
Sonologie (1974/75), Utrecht, und in der Villa Massimo (1977/78),
Rom. Im Jahre 1982 erhielt er den Berliner Kunstpreis Musik, gründete
1968 die Improvisationsgruppe No Set und war von 1971 bis
1978 Mitglied der Gruppe Neue Musik Berlin. Seit 1967 beschäftigt
er sich mit Elektronischer Musik, seit 1979 speziell mit der Verknüpfung
von mechanischen Instrumenten und Computer. Pfrengle schrieb Kammermusik,
Orchesterwerke, Elektronische Musik, auch Ballett-, Schauspiel-
und Hörspielmusik, sowie Aktionen, ein Musiktheaterstück
für ein Opernhaus u.a.m. Bei seinen intermediären Arbeiten
interessierte ihn vor allem der Einfluß von Kybernetik und
Musikpsychologie und die Erforschung von Kommunikationsmodellen.
Wolfgang Reinfeldt / Gerd Walter
S: Schüler komponieren und arrangieren über das Internet
abstract:
Seit ca. zwei Jahren existiert am Gymnasium Cäcilienschule Oldenburg eine Arbeitsgemeinschaft Musik und Computer, wo Schüler verschiedener Nationen an unterschiedlichen Orten zusammen Musikstücke komponieren, arrangieren und diskutieren. Der Austausch dieser im General MIDI Format erstellten Kompositionen, die anschließend als Standard-MIDI-File abgespeichert werden, erfolgt über das Internet.
Bei der obigen Veranstaltung sollen diese Vorgänge online
demonstriert werden, indem ein ständiger elektronischer Austausch
zeitgleich entstehender Kompositionen zwischen Oldenburg und Osnabrück
stattfindet, an deren Ausgestaltung natürlich auch die Besucher
teilhaben können.
Dauer der Veranstaltung: ca. 3 Std. Online-Komposition, danach
1 Std. Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse.
vitae:
Wolfgang Reinfeldt, Jahrgang 1953, Lehrer für Physik, Mathematik
und Informatik am Gymnasium Cäcilienschule Oldenburg. Fachobmann
Informatik, Obmann für Neue Technologien, 1992 Aufbau des
Internetanschlusses der Cäcilienschule, Betreuung von internationaler
Korrespondenz und Unterrichtsprojekten mit Hilfe von Telekommunikation.
Gerhard Walter, Jahrgang 1956, Musiklehrer und Musiker, Studium
an der Universität Oldenburg, während des Studiums und
neben der Lehrtätigkeit am Gymnasium Cäcilienschule
Oldenburg zahlreiche Konzerte als Keyborder der 14-köpfigen
Soul-Formation COALTRAIN. Neben Schallplatten und CD-Veröffentlichungen
mit COALTRAIN auch als Arrangeur tätig.
Prof. Ph.D. William Renwick / M.A. David Walker
V: Multimedia Music Instruction using Toolbook
abstract:
Part I of this presentation discusses the pedagogical and technological
bases for multimedia in music instruction, and outlines its principal
strengths and limitations. It provides an overview of the multimedia
development environment, considerations for systems analysis and
design in an object-oriented paradigm, and its applications in
the classroom. Part II demonstrates several packages based on
the Toolbook authoring environment, including CD-BRAHMS, an Orchestration
Tutor, and a study guide for The Enjoyment of Music by Joseph
Machlis.
vitae:
William Renwick received B.Mus. and M.Mus. degrees from the University
of British Columbia, and M.Phil. and Ph.D. degrees from City University
of New York. He is Assistant Professor of Music at McMaster University
and Visiting Lecturer at the University of Western Ontario. He
has contributed to The Music Review, Music Theory Spectrum, Theoria,
Music Analysis, Music Theory On Line, and MLA Notes. His book,
Analyzing Fugue: A Schenkerian Approach, is published by Pendragon
Press.
David Walker received a Mus. Bac. from the University of Toronto,
before doing his undergraduate work in Computer Science there.
He subsequently received a M.Sc. in Computer Science from McMaster
University, where he was a member of the Department of Computer
Science for five years. He is currently the Specialist - Instructional
Computing for the university, and is completing an M.A. in Music
Criticism. He has published articles on Programming Languages
as well as in Computers in Music Research, and he has recently
completed the PC version of the CD-ROM software for the Enjoyment
of Music for W. W. Norton.
Christoph Reuter
S:Multimediale Präsentation eines Lexikons der Musikautomaten
auf CD-ROM
abstract:
Die umfangreiche Literatur zu Musikautomaten vermittelt weder
das akustische noch das visuelle Erlebnis der sich bewegenden
Musikmaschinen. Museen für mechanische Musikinstrumente wiederum
sind zum einen oft zu weit vom Wohnort entfernt, und bieten zum
anderen meist nur eine unvollständige Auswahl an Instrumenten.
Schallplatten- und CD-Einspielungen verschaffen hier auch keinen
vollständigen Überblick. Durch den Einsatz von Multimedia
ist es heute möglich, all diese Probleme zu lösen, indem
man auf einem Computer die angestrebte Mischung zwischen klingendem
Lexikon, Instrumentensystematik, virtuellem Instrumentenmuseum
u.a.m. installiert. Einzelne dieser bis zum Juni fertiggestellten
Programmteile sollen zusammen mit der Grundstruktur des Programms
im Rahmen des Referates vorgestellt werden.
vita:
Christoph Reuter, M.A., geb. am 28.11.1968 in Duisburg, studierte an der Universität zu Köln von 1989-1994 Musikwissenschaft (Schwerpunkt musikalische Akustik), Germanistik und Pädagogik.
Nach dem Magisterexamen 1994 als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität zu Köln tätig.
Zur Zeit beschäftigt mit der Arbeit an einer Dissertation
über die auditive Diskrimination von Orchesterinstrumenten
(eine Studie zur kognitiven Erfassung von Instrumentalklangfarben
und ihrer evolutionären Entwicklung), seit Beginn des Jahres
1995 Unterstützung durch ein Stipendium (Graduiertenförderung
nach dem GrFG) sowie in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Enders, Universität
Osnabrück, Entwicklung eines multimedialen Lexikons für
Musikautomaten.
Clemens von Reusner
S: Musik und Grafik - Das Programm KANDINSKY MUSIC PAINTER
abstract:
Das Computerprogramm KANDINSKY MUSIC PAINTER ist ein vielseitiges
graphikorientiertes Kompositionsprogramm, das neue - handlungsorientierte
- Wege zu musikalischen Erfahrungen eröffnet. Durch die analoge
Darstellung von Tonhöhen und -dauern werden die Funktionen
des Klangmaterials und ihre strukturelle Organisation ebenso transparent
und veränderbar, wie deren formale Proportionen. Sowohl der
experimentelle Charakter als auch die Visualisierung musikalischer
Strukturen haben einen hohen methodischen Stellenwert. Das Programm
kann auf unterschiedlichen Erfahrungs- und Schwierigkeitsstufen
eingesetzt werden, wobei es möglich ist, sich zeitweise vom
Computer zu lösen, um z.B. über graphische Partituren
und Klangexperimente alternative Unterrichtsphasen einzubauen
oder anzubinden.
vita:
Clemens von Reusner, Jahrgang 1957, Studium der Musikwissenschaft
sowie Lehramtsstudium Musik, Kunst, Deutsch. Tätigkeit als
Komponist und Schlagzeuger. Mitautor des Kompositionsprogramms
KANDINSKY MUSIC PAINTER (1989). Mehrjährige Tätigkeit
als Referent und Kursleiter in den zentralen Fortbildungskursen
des niedersächsischen Landesinstituts für Lehrerfortbildung
(NLI) zum Thema Neue Technologien und das Fach Musik und
in der Lehrerausbildung an der TU Braunschweig. Seit 1994 in der
zweiten Phase der Ausbildung von Lehrern als Fachseminarleiter
tätig. Er unterrichtet an einer Integrierten Gesamtschule
in Braunschweig.
Norbert Schläbitz
V: Diskrete Archive und Echtzeitmusiken
abstract:
Medien bestimmen elementar unser Sein in der Welt. Aus medientheoretischer
Sicht wird zu bedeuten versucht, inwieweit - unabhängig von
allen Menschenwünschen - durch das digital prozedierende
Medium Computer ein neues Gesellschaftsgefüge im Aufscheinen
begriffen ist. Am Beispiel digitaler Musik wird dieser gesellschaftliche
Wandel konkretisiert und diskutiert werden.
vita:
Norbert Schläbitz. Medientheoretiker und Musikpädagoge.
Lehramtsstudium Deutsch/Musik an der GHS-Universität Essen.
1984-1992 als Filmmusikkomponist/produzent tätig. 1992-1994
an der TU Braunschweig beschäftigt. Doktorand mit Forschungsschwerpunkt:
Musik und Neue Technologien.
Peer Sitter
V:Mit Auge, Ohr und Maus. Anmerkungen zum Multimediaeinsatz
in der Musikwissenschaft
abstract:
Töne, Texte, Partituren, Abbildungen und mehr bilden die
Grundlage musikwissenschaftlichen Arbeitens. Nicht selten kommen
dazu Video- oder Filmaufnahmen, die z. B. im Bereich der Ethnomusikologie
häufiger verwendet werden. Die Integration, Verknüpfung
und Aufbereitung dieser Quellen scheint ein ideales Betätigungsfeld
für Multimedia-Anwendungen zu sein. Bevor solche Konzepte
realisiert werden können, sind eine Reihe von Fragen zu klären.
vita:
Peer Sitter, geb. 1961 in Gelsenkirchen, Studium 1981-1983 Physik
und Mathematik Lehramt Sek. II/I an der Universität Bielefeld,
1983-1989 Schulmusik und Physik Sek.II/I in Wuppertal (Bergische
Universität-GH), seit 1990 im Promotionsstudiengang Musikwissenschaft
an der Universität Osnabrück, von 1992 bis 1994 Wissenschaftlicher
Mitarbeiter des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität
zu Köln am Lehrstuhl für Musik im 20. Jahrhundert unter
Einschluß neuer Musiktechnologien und Medienkunde.
Jörg Spix
S: Das digitale Trautonium
abstract:
In diesem Seminar wird zunächst die geschichtliche Entwicklung
des Trautoniums dargestellt, der Schwerpunkt liegt jedoch auf
der Erklärung der Spielweise und Klangerzeugung der analogen
Instrumente sowie der Erläuterung und praktischen Demonstration
der Funktionsweise der von mir neu entwickelten digitalen Version
dieses Instruments, insbesondere der digitalen Klangerzeugung.
Das digitale Trautonium kann während des Seminars von den
Teilnehmern ausprobiert werden.
S: Programmierung interaktiver Systeme durch Musiker (mit dem
Programm MAX)
abstract:
Anhand des Programms MAX, das im französischen Institut für
Akustik und Musik (IRCAM) entwickelt wurde, soll eine Einführung
in die Programmierung von interaktiven Systemen, z.B. für
alternative Musikinstrumente, Klanginstallationen oder interaktive
Kompositionsprogramme, gegeben werden. Die graphische Programmiersprache
ist als Software-Baukasten aufgebaut, Verbindungen zwischen den
Bausteinen werden mit Verbindungsleitungen, analog denen modularer
Synthesizer, hergestellt. MIDI-Daten können auf jede erdenkliche
Weise gespeichert, verarbeitet und interpretiert werden. Auf der
IRCAM Signal Processing Workstation ist auch die Analyse, Synthese
und Verarbeitung von Klängen in dieses Programmiersystem
integriert.
vita:
Jörg Spix, geb. 1962 in Leverkusen, beschäftigte sich
schon während seiner Schulzeit intensiv mit Musik und Informatik
sowie mit dem Selbstbau von Blas- und Saiteninstrumenten. Er studierte
von 1982 bis 1990 an der Universität Erlangen-Nürnberg
und anschließend an der Universität Oldenburg Informatik
und Musikwissenschaft, seit 1992 hat er dort einen Lehrauftrag
für Computermusik mit dem Schwerpunkt interaktive Systeme.
Er realisierte 1993 eine Klanginstallation für den Oldenburger
Künstler Jan-Peter Sonntag, die für ein Jahr im Ministerium
für Wissenschaft und Kunst des Landes Niedersachsen in Hannover
ausgestellt war. Das von ihm entwickelte digitale Trautonium
ist eine interdisziplinäre Arbeit, die im Rahmen des Studiums
entstand und große Resonanz bei Informatikern und Musikern
ausgelöst hat.
Daniel Teruggi
V: Digital produced Music and Hand Controlled Sound Diffusion
Systems. The Acousmonium and the Performance of Acousmatic Music
abstract:
The multiple loud-speaker Sound diffusion system, Acousmonium,
is a very precise device for the performance of Acousmatic Music.
It offers the musician a tool for controlling the space distribution,
the spectra organisation and the loudness variation of Music in
a Concert Hall. Until now, the Acousmonium was hand controlled
but new perspectives of mixed digital and hand control are being
experimented on the system in order to increase the precision
of movements and to permit more reliable organisations of the
Concert space.
vita:
Daniel Teruggi, born 1952, La Plata, Argentina, studied composition
in Argentina and in France at the Paris National Conservatoire.
In 1983, he became member of the INA-GRM, actually he co-ordinates
musical creation and research in the GRM. Also in charge of a
seminar on computer assisted artistic creation at the Sorbonne
University. He has an important catalogue of works for tape alone,
tape with instruments and real-time transformed instruments. His
works are edited in different CD collections : E Cosa Via
(Wergo), Xatys (INA-GRM), Syrcus-Sphæra (INA-GRM),
Mano a Mano (Celia Records).
Dr. Elena Ungeheuer
V: Analoge Handschriften
abstract:
Der musikalischen Produktion eines elektronischen Studios wird
gemeinhin bei aller Verschiedenheit der kompositorischen Ideen,
die dort realisiert wurden oder zur Diskussion standen, eine gewisse
Ähnlichkeit zugesprochen. "Man hört, aus welchem
Studio das Werk x kommt." Tonbandkompositionen der 50er und
60er Jahr, die im Studio für Elektronische Musik des WDR
Köln entstanden, sollen in ihren Besonderheiten und in ihrer
Vergleichbarkeit vorgestellt werden. Es sind Werke der Komponisten
Karlheinz Stockhausen, Gottfried Michael Koenig, Mauricio Kagel,
Herbert Brün, Franco Evangelista.
vita:
Elena Ungeheuer, Dr. phil., hat sich als Musikwissenschaftlerin
auf Fragen zur Musik des 20. Jahrhunderts spezialisiert. In Publikationen,
Vorträgen und Seminaren widmet sie sich vorrangig der Musik
nach 1945 mit einem Schwerpunkt auf elektroakustischer Musik,
dazu auch ihr Buch Wie die elektronische Musik ´erfunden´
wurde... Quellenstudie zu Werner Meyer-Epplers Entwurf zwischen
1949 und 1953, Mainz 1992. Weitere Themen: Musik und Sprache,
interdisziplinäre Kulturgeschichte.
Dr. Andreas Wernsing
V: "Auf jeden Pott´nen Deckel!" Programmformate
im Zeitalter digitaler Vernetzung.
abstract:
Programmformate - dieser Begriff wird heute üblicherweise verwendet, um die Themen von Radioprogrammen entsprechend der Rezeption dort gespielter Musik zu klassifizieren.
Es ist zu erwarten, daß die Verwendung von Programmformaten umfassende Bedeutung erlangen wird, wenn in einem Zeitalter digitaler Vernetzung Musik präsentiert wird. Denn das Prinzip, musikalische Phänomene anhand von sozialen Faktoren in Programmen zu gestalten, ist schon im Radio eng mit Datenverarbeitung verbunden. Deren Techniken bilden in einer zukünftigen Informationsgesellschaft den Hintergrund.
Fraglich ist, wie sich Musikverbreitung dabei verändern wird.
Mit Hilfe einer Bestandsaufnahme von Übertragungswegen und
möglichen musikalischen Inhalten soll das kategoriale Potential
von »Musik in Multimedia« ausgeleuchtet werden.
vita:
Andreas A. Wernsing, geb. am 10. April 1967 in Krefeld; Studium
der Musikwissenschaft, Philosophie und Pädagogik in Bonn
und Berlin (TU), Magister Artium 1992; 1992-1994 Studium der Betriebswirtschaftslehre
in Köln; Praktika bei Sender Freies Berlin (Musikredaktion),
Südwestfunk Baden-Baden (Medienforschung) und Westdeutsche
Zeitung (Lokalredaktion Krefeld), Hospitanz bei der GEMA (Bezirksdirektion
Köln); Promotion 1994 TU Berlin (Betreuer: Prof. H. de la
Motte und Prof. B. Enders), Thema der Dissertation: Erscheinungen
der Programmgestaltung von E- und U-Musik im Radioprogramm des
Westdeutschen Rundfunks (erschienen bei PETER LANG Verlag 1995)
cand. phil. Tillman Weyde
S: Grammatikbasierte harmonische Analyse von Jazzstandards
mit Computerunterstützung
abstract:
Generative Grammatiken sind in der Musikforschung etwas aus der
Mode gekommen, dennoch stellen sie ein leistungsfähiges Paradigma
zur Beschreibung musikalischer Strukturen dar. Es wird ein grammatikbasiertes
Analysesystem vorgestellt, das ausgehend von elementaren Kadenzprinzipien
eine Auswahl von Jazzstandards in Kadenzen zerlegt, diesen eine
Tonart zuordnet und sie harmonisch analysiert. Die angewandte
Methode ermöglicht einen hohen Grad an Übereinstimmung
des durch die Regeln beschriebenen Raums an Akkordfolgen mit dem
stilistischen Bereich der Vorlagen. In der Arbeit hat sich gezeigt,
daß sich mit Grammatiken wesentliche Teile der Kadenzlogik
dieses Bereichs klar und musikalisch nachvollziehbar beschreiben
lassen. Auch die Anwendung des Systems zur Synthese von Akkordfolgen
wird vorgestellt.
vita:
Tillman Weyde, Jahrgang 1965, hat an der Universität Osnabrück
Musik und Mathematik für das Lehramt an Gymnasien studiert.
Neben der künstlerischen und mathematischen Ausbildung arbeitete
er an der Gestaltung von Lernprogrammen der CAMI-Group Osnabrück.
För die Arbeit an einem Gehörbildungsprogramm erielt
er 1992 den Förderpreis Musik der Universität Osnabrück.
Seit seinem Staatsexamen ist er als wissenschaftlichen Mitarbeiter
im Bereich Musikelektronik/ -informatik an der Universität
Osnabrück tätig.
Oliver Zahorka
S: From Sign to Sound - Analysis and Performance of Musical
Scores
abstract
This is an introductory workshop on RUBATO, an interactive NEXTSTEP-based application for the analysis and performance of music. Hereby, the abstract system of signs of a musical score is translated into a special predicate database format.
After logical and geometric recombination, data is passed to RUBATO´s analytical modules - the Rubettes - which may be dynamically loaded. Presently, a Metro-, a Melo-, and a HarmoRubette are available. Rubettes for counterpoint and advanced Riemann harmony are in preparation.
The analytical results, together with the user´s preferences
and tuning of expressive shaping forces lead to a synthetic performance
of the piece to be listened to via MIDI equipment.
vita:
Oliver Zahorka is a student of musicology and computer science
at the University of Zurich. As a scientific collaborateur of
the SNSF RUBATO project, he has designed and implemented important
parts of the RUBATO software. Currently he is engaged in the ongoing
RUBATO project. He has published several papers on computing musicology
and computer science.
Podiumsdiskussion
Digitalisierung der Medien - Digitalisierung der Musikästhetik
?
Moderator: Prof. Dr. J. P. Fricke, Universität zu Köln, Musikwiss. Institut
Bienert, Prof. Dr. B. Enders, Prof. Dr. R. Frisius,
Prof. Dr. L. Landy, PD Dr. Niels Knolle, Prof. Dr.
Helga de la Motte-Haber