Fachbereich 3

Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik


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Das Fach Musik der Universität Osnabrück war und ist in Forschung und Lehre den Folgen der fortschreitenden Elektrifizierung, Digitalisierung und Virtualisierung musikalischer Produktion und Distribution auf der Spur: In allen Bereichen aktueller Musikproduktion hat der Computer Einzug gehalten und beeinflußt nachhaltig Sound und Struktur der Kompositionen, Arrangements und Performances. Sei es nun offensichtlich, wie bei Techno, House und anderen Spielarten elektronischer Musik, oder versteckt, wie in den vermeintlich "handgemachten" Genres Rock, Folk und der so genannten "klassischen" Musik.

Forschung zu diesen soziokulturellen Transformationsprozessen wandert aus der systematischen Musikwissenschaft allerdings zunehmend in andere Disziplinen, zum Beispiel die Medien- oder Kulturwissenschaft, aus. Spezifisch musikalisches Wissen um Instrumente und Musikkultur ist jedoch nach wie vor Kernkompetenz der systematischen Musikwissenschaft.

Die Mitglieder des Bereiches Musik- und Medientechnlogie am Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Osnabrück sind der Auffassung, dass die technischen Wurzeln von Musikproduktion und -distribution bei weitem tiefer gehen als zunächst zu vermuten wäre. Das Sichtbarmachen zuvor verdeckter Verbindungen und Querverweisen in die Historie legen den Schluss nahe, dass Musik und Musikinstrumente letztlich noch nie "nicht-technisch" gewesen sind. Die Werkzeuge, die zur Erzeugung von Musik eingesetzt wurden, sind immer Werkzeuge auf dem Stand der technologischen Entwicklung der jeweiligen Gesellschaft. Dieser Blick in die Geschichte der (technischen) Klangerzeugung ist also ein Schlüssel und eine Grundvoraussetzung für den fundierten (und nicht defizit-orientierten) Umgang mit aktuellen Phänomenen der Musikkultur.

Daraus folgt: Das Verständnis modernen Sounddesigns, der kreative und schöpferische Umgang mit Technologie und solide Kenntnis gängiger Recordingverfahren können als Schlüssel zu einer besseren und zeitgemäßeren Form der Ausbildung von Lehrer/innen und somit des Musikunterrichts an allgemeinbildenden Schulen angesehen werden. Veranstaltungen und Forschungsprojekte zu eLearning und ePublishing schließen sich hier an.

Lehrveranstaltungen des Institutes beschäftigen sich in diesem Sinne zum Beispiel mit den Grundlagen der Klangsynthese mit moderner Musikproduktionssoftware wie Ableton Live, Max/MSP oder gängiger Aufnahmetechnik, werfen oft aber auch einen Blick in die Vergangenheit der Musiktechnologie, zum Beispiel durch den praktischen Umgang mit analogen Modulsynthesizern. Studierende der Musikwissenschaft können an besonderen Forschungsprojekten teilnehmen wie z.B. an der Entwicklung innovativer "Interfaces" vom "Trommelstock zur Maus". Der semesterübergreifende, offene Musik- und Medientreff steht für die Interesse-geleitete und Projekt-basierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Aufnahmeverfahren oder Klangerzeugungsformen.

Einige Seminare werden virtuell und online durchgeführt, Das Fach Musik der Universität Osnabrück ist ein Vorreiter im Bereich virtueller Lehre. Noch vor dem Aufkommen von Videokonferenzsystemen fanden hier Veranstaltungen über textbasierten Chat statt. Das aktuelle System erlaubt die Aufzeichnung und spätere Wiedergabe der Sitzungen, über Webcams und Mikrofone können sich die Studierenden Inhalte wiederholt ansehen und -hören. Diese virtuellen Seminare werden zuweilen in Kooperation mit anderen Instituten angeboten, in der Vergangenheit etwa mit der Leuphana Universität Lüneburg (Audio-/Medienwissenschaft), der Universität Köln, dem Hong Kong Institute of Education, den Universitäten Graz und Wien (AT) und der Hochschule der Künste Bern (CH). Themen waren bislang unter anderem: Geschichte der elektronischen Musik, die objektorientierte Programmieroberfläche MAX/MSP, Liveness in Klang und Bild.